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body painting body

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“  (Paul Klee)

 


BODY PAINTING BODY

ein nonverbaler Dialog zwischen einer Malerin und einer Akteurin



Zwei Künstlerinnen betreten die Bühne. Es ist nicht klar, wer die Dramaturgie der nächsten Stunde bestimmt, wer welchen Körper formt. Eine Bühne wird zum Experimentierfeld von Materialien:
Knochen, Haar, Haut, Muskeln versus Licht, Farbe, Kohle, Tinte, Wasser

In dem Projekt „BODY PAINTING BODY“ gehen wir der Frage nach, wie verschiedene künstlerische Ausdrucksformen einander beeinflussen, bedingen, verändern möglicherweise auch ausschließen. Das Agieren des Körpers auf der Bühne, also der Akt, findet Entsprechung auf Leinwand, Papier, einem Foto, wird verändert, zerstört, transformiert. Eine Skizze der Malerin wiederum wird für den Körper Vorgabe, Inspiration, Kontur für neuen Ausdruck, neue Leibhaftigkeit. Es entsteht ein reaktiver Austausch auf Basis non-verbaler Kommunikation, über Bild und Körper. Dadurch werden künstlerische Momente geschaffen voll zarter Magie, die nur in symbiotischer Zusammenarbeit entstehen können.

Die Intimität des kleinen Teams ermöglicht uns einen geschützten Raum, in dem wir uns frei bewegen können. Gerade nach der pandemiebedingten Isolation, ist die direkte performative Kooperation mit einer anderen Künstlerin essentiell für die Weiterentwicklung und Erhaltung unserer künstlerischen Sprache.

Den menschlichen Körper korrigieren, konstruieren, manipulieren, ihn lesen und lernen oder entschönen und an seine Grenzen bringen. In der Informationsgesellschaft erhält das Körperbild seine Konditionen durch Fotografie, Mode und digitale Medien. Der Körper wird zum Bild und hat sich dem Bild anzugleichen. Medien inszenieren ein Bezugsideal und beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln über Körper und Körperlichkeit ebenso wie wir erkennen, dass unser Körper (im Sinne von Leib) als Bezugssystem für Denken, Fühlen und Handeln wirkt. Der Leib als letztes Refugium der Identität?

- Text:  Verena Noll, Martha Binder


 

 

Performance: Verena Noll und Martha Binder

 

Kamera/Musik: Christian Hanisch


2021 Leipzig

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c -pictures by Frank Merten